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Telekom will Großkundengeschäft auf Profit trimmen

Datum: Dienstag, 29. Januar 2008
Thema: aktuelle News

Die Deutsche Telekom will ihren margenschwachen Geschäftskundenbereich T-Systems mit einer Radikalkur auf Profit trimmen. Neben einer schlankeren Struktur der mit 56.000 Mitarbeitern weit verästelten Sparte soll ein wesentlicher Teil von T-Systems veräußert oder in eine Partnerschaft eingebracht werden. "Alle Optionen liegen auf dem Tisch - vom Verkauf bis zu einem Partnering", sagte der neue Vorstandschef von T-Systems, Reinhard Clemens, am Dienstag in Berlin. Eine Entscheidung soll im März bekannt geben werden. Als möglicher Partner gilt die indische Tata Consultancy Services...

 



Clemens verordnete seinem Unternehmen einen Wachstumskurs: So soll der Umsatz bis zum Jahr 2010 um drei Milliarden Euro steigen - der operative Gewinn sogar um eine Milliarde Euro. Im Geschäftsjahr 2006 hatte T-Systems einen Umsatz von 12,6 Milliarden Euro und einen bereinigten Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) von 298 Millionen Euro ausgewiesen.

In die Kooperation einbracht werden sollen rund 18.000 Programmierer und IT-Spezialisten der Sparte Systems Integrations. Im Konzern wird diese Option favorisiert, da darüber neue Wachstumsfelder erschlossen werden können. Alternativ steht ein Verkauf von Systems Integrations an einen US-Konzern, hieß es in den Kreisen. Nach Angaben von Clemens sind die Kosten für die Entwicklung von Softwarelösungen bei der Telekom zu hoch. Daher sieht er einen Verkauf oder Partnerschaft für den Bereich als unerlässlich an, um Dienstleistungen zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten zu können.

Offen ist aber noch, ob die Kooperation mit den Indern zustande kommt. "Die Entscheidung liegt nun bei Tata und nicht bei der Telekom", hieß es im Umfeld der Konzerne. Laut Clemens ist eine Beteiligung des möglichen Kooperationspartners an T-Systems nicht beabsichtigt. Mit dem Umbau von Systems Integrations ist die Neuausrichtung von T-Systems aber noch nicht abgeschlossen.

Clemens kündigte eine Verschlankung der Gesellschaft an. "Zu den wichtigsten Aufgaben wird gehören, für einfache und klare Strukturen in der Vertriebsorganisation zu sorgen." Der Fokus liege nun auf europäischen Großkunden, sagte der frühere EDS-Deutschlandschef. T-Systems will sich damit gegen die aus den Vereinigten Staaten stammenden Marktführer Electronic Data Systems (EDS) , IBM und Hewlett-Packard (HP) behaupten.

Die Struktur von T-Systems ist in den vergangenen Jahren durch eine Reihe von Akquisitionen wie debis und Gedas aufgebläht worden, ein wirkliche Integration der Zukäufe fand nicht statt. Hinzu kommt, dass die Preise für Telefon-Leistungen massiv einbrechen und die Margen von T-Systems damit unter Druck stehen. "Während der Telekommunikationsmarkt weiter schrumpfen wird, prognostizieren Marktforscher für IT-Services für Geschäftskunden bis 2011 ein Wachstum von jährlich 5,5 Prozent", sagte Clemens./

Quelle: Financial Times Deutschland 







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