Googles Übernahme von Doubleclick war ein Millionendeal, den die EU-Kommission jetzt prüft. Dabei hat sie schwere Wettbewerbsbedenken bei der geplanten Transaktion geäußert. Die Behörde will die Übernahme weiter prüfen und wird bis zum 2. April kommenden Jahres entscheiden, ob sie die Übernahme billigt oder doch verbietet...
Die EU-Wettbewerbshüter befürchten mögliche Verwerfungen im Markt für Werbe-Vermittlung im Internet. Google hatte den Online-Werbevermarkter DoubleClick geschluckt und seinen Konkurrenten mit diesem milliardenschweren Deal erst einmal die Suppe versalzen. Vertreter von Microsoft und des Telekom- Konzerns AT&T warnten damals vor einer Einschränkung des Wettbewerbs bei Internet-Werbung. Manager mehrerer Unternehmen hätten am Telefon beraten, wie man die US-Kartellbehörden zu einer harten Prüfung des DoubleClick-Kaufs bewegen könnte, berichtete das «Wall Street Journal».
Mit der Akquisition der bislang von der Private-Equity-Firma Hellman & Friedman in San Francisco gehaltenen Online-Firma DoubleClick will Google seine Online-Marketing-Expertise deutlich ausbauen. So will Google Inhalte-Anbietern künftig einen verbesserten Zugang zu Werbekunden bieten.
Google hatte mit einem Preis von 3,1 Milliarden Dollar (knapp 2,3 Milliarden Euro) Microsoft und Yahoo! im Kampf um DoubleClick ausgestochen. Der führende Suchmaschinenbetreiber, der bereits Marktführer bei Anzeigen zu Suchanfragen ist, bekommt damit auch eine starke Position bei so genannter Display-Werbung mit Bildern und Videos.
Microsoft-Chefjurist Brad Smith kritisierte im „Wall Street Journal“, der DoubleClick-Kauf führe die beiden größten Anbieter von Internet-Werbung zusammen und schränke erheblich den Wettbewerb in der Branche ein. Google und DoubleClick würden zusammen mehr als 80 Prozent der Werbung umschlagen, die ein Internet-Nutzer sieht, wenn er eine Website ansteuert, argumentierte er.
Quelle: Markenpost.de