Das Europäische Gericht(EuGeI) wies vor vier Wochen die Microsoft-Klage zurück und bestätigte damit die Entscheidung der Kommission aus dem Jahr 2004, dass der US-Softwarekonzern seine dominante Marktposition missbraucht habe. Nun beugt sich das Unternehmen dem Urteil: Das Betriebssystem Windows wird für die Konkurrenz geöffnet – und die Lizenzgebühren werden gesenkt...
Microsoft beugt sich dem Urteil des Europäischen Gerichtes: Die EU-Kommission gab bekannt, dass Microsoft Drittanbietern von Software künftig die Informationen zur Verfügung stellen, die notwendig seien, damit die Programme mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows problemlos laufen könnten. Zudem habe der Konzern die hohe Lizenzgebühren verringert.
Die Europäische Kommission hatte die Rekordgeldstrafe von 497,2 Millionen Euro gegen den Software-Hersteller Microsoft Ende März 2004 verhängt. Eine fünfjährige Kartelluntersuchung hat dann vor einigen Wochen ergeben, dass der US-Konzern seine marktbeherrschende Stellung bei PC-Betriebssystemen zur Blockade von Multimedia- oder Serversoftware von Wettbewerbern ausgenutzt und damit seine Marktmacht missbraucht habe, hieß es damals vonseiten der EU-Kommission. Microsoft hatte das Bußgeld gezahlt, aber gegen die Höhe der Strafe geklagt und dagegen, bestimmte Schnittstelleninformationen an Wettbewerber weiterzugeben. Microsoft sah dadurch sein Urheberrecht beeinträchtigt.
Der EuGeI erklärte vor knapp vier Wochen, die Kommission habe ihre Forderung nach einem «notwendigen Maß» an Interoperabilität zwischen Windows und den fraglichen Software-Paketen «gut begründet». Die Kommission habe zwar auf die Weitergabe bestimmter technischer Daten bestanden, aber nicht darauf, das Microsoft die sogenannten Quellcodes für seine Wettbewerber offen legt, hob das Gericht hervor.
Die Kommission begrüßte das Urteil. Es bestätige die «Objektivität und Glaubwürdigkeit der Wettbewerbspolitik der Kommission», sagte Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso. «Diese Politik schützt die Interessen der europäischen Verbraucher und stellt fairen Wettbewerb zwischen den Unternehmen im EU-Binnenmarkt sicher», sagte Barroso.
Quelle: Markenpost.de