Handygespräche im Ausland werden bald billiger. Zumindest in EU-Ländern sollen die derzeit extrem hohen Kosten dann sinken. Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft und das EU-Parlament einigten sich am Dienstag auf einen Kompromiss. AFP erklärt, wann die Handy-Gespräche wie billig werden sollen und was Verbraucher bis dahin tun können:
STATUS QUO: Wer im Ausland mit dem Handy telefoniert, zahlt schnell bis zu drei Euro pro Minute. Auch das Verschicken von Fotos ist teuer. Schuld daran sind die so genannten Roaming-Gebühren, die Mobilfunkfirmen verlangen, wenn sich ein ausländisches Handy in ihr Netz einwählt. Jährlich kassieren die Mobilfunkbetreiber so fünf Milliarden Euro von Geschäftsleuten und Touristen. Im Ausland zahlt selbst, wer angerufen wird. In Europa sind das je nach Anbieter bis zu 69 Cent pro Minute. Zwar haben manche Anbieter Gebühren für das Roaming auf Druck der EU gesenkt, das ging Brüssel aber nicht weit genug.
EU-BESCHLUSS: Für abgehende Gespräche im EU-Ausland sollen Handy-Kunden künftig in der Regel nur noch maximal 49 Cent pro Minute zahlen, für angenommene Gespräche maximal 24 Cent. In den drei Jahren nach Inkrafttreten soll das Telefonieren im EU-Ausland sogar noch billiger werden. Im zweiten Jahr sollen abgehende Gespräche maximal 46 Euro kosten, im dritten Jahr nur noch 43 Cent. Für angenommene Telefonate sinken die Obergrenzen im gleichen Zeitraum auf 22 und dann 19 Cent pro Minute, wobei jeweils noch die Mehrwertsteuer dazukommt.
VERBRAUCHERTIPPS: Bis die neuen Regeln voraussichtlich im Herbst in Kraft treten, müssen sich Verbraucher weiter durch den Tarifdschungel quälen: Im Ausland wählt sich das Handy automatisch in das stärkste Netz der Partner von T-Mobile, Vodafone (London: VOD.L - Nachrichten) , E-Plus oder O2 ein. Das ist jedoch nicht immer das günstigste. Die manuelle Einwahl in ein anderes Netz kann sich daher lohnen. Viele Betreiber bieten günstige Pauschaltarife an. Zudem sind Urlaubsgrüße per SMS meist günstiger als Telefonate. Dagegen kosten verschickte Fotos schnell mehr als zwei Euro. Besonders teuer wird es, wenn die Mailbox im Ausland eingeschaltet bleibt. Der Angerufene zahlt dann für die Verbindung ins Reiseland, zurück zum Anrufbeantworter nach Deutschland und nochmal für das Abhören der Nachricht.